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Nach dem Tod der Mutter wird Julie in die Rolle der Ersatzmutter gedrängt,
aber ein Teenager ist mit so einer Aufgabe überfordert. Julie ist
gerade dabei, ihre Weiblichkeit auszuprobieren, die Mutterrolle ist ihr
lästig, nur manchmal gefällt sie sich darin, es ähnelt
einer Anprobe mit Blick in den Spiegel. Auch Derek ist mit seinen 23 Jahren noch nicht reif genug, um die Situation
zu begreifen. Er ist durch Spiel und Wetten reich geworden, nicht durch
Arbeit, und er ist ein Geck, dem die Mutter fünfzehn Hemden pro Woche
bügeln muss. Die Feindseligkeit, mit der ihm Jack begegnet, nimmt
er persönlich. Er begreift nicht, dass Julie ihrem Bruder Freundin
und Mutter ersetzen muss, und dass Jack natürlich befürchtet,
dass er sie verliert. Derek zeigt dem Jungen, wie gut er Billard spielen
kann, und zeigt ihm dabei doch nur seine Eitelkeit. Er hätte versuchen
sollen, mit dem Jungen zu reden. Als Derek die beiden Geschwister zusammen
im Bett ertappt, fühlt er sich gedemütigt, dabei ist es wohl
eher ein nachgeholtes Doktorspiel mit Lustprobe als ein Kennzeichen der
Verkommenheit. Die Fürsorge fehlt, weniger die Erziehung. Der Autor lässt Jack erzählen. Das ist eine kluge Wahl, denn
Jack ist schwerer zu verstehen als die anderen. Zugleich umgeht der Autor
damit der Versuchung, irgendetwas zu erläutern. Jack ist so sehr
mit seiner Pubertät beschäftigt, dass er oft nur am Rande mitbekommt,
was in den anderen vorgeht. Auch der Leser, der mit seiner Lebenserfahrung
doch viel mehr wissen müsste als Jack, wird von den Reaktionen der
Geschwister oft überrascht. Das abgelegene Haus und die langen Schulferien
ermöglichen den Spielraum. |